Jakobsweg Spanien

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Viele Menschen sehen den Glauben in unserer modernen und schnelllebigen Gesellschaft als unnötig und veraltet an. Doch ist nicht der Glaube genau das woraus schon unzählige Generationen von Menschen ihren Mut und ihre Kraft bezogen haben?

Auch in Zeiten von Computer und Co besinnen sich immer mehr auf ihren inneren Glauben zurück. Aber wie die spirituelle Ausgewogenheit wieder finden und die Stimme Gottes in sich wieder aufs Neue entdecken? Viele Suchende finden im Jakobsweg eine geeignete Möglichkeit zu ihrem eigenen Mittelpunkt und Gott zu finden. In der Stille der Natur des Jakobsweges lassen sich die eigenen Gedanken wieder neu ordnen und die Schönheit der Welt mit ganz anderen Augen sehen.

Doch warum gerade nach Santiago de Compostela pilgern? Vor christliche religiöse Traditionen sandten die jungen Menschen schon auf diesen Weg ans Ende der Welt zur Visionssuche. Auch bei Esoterikern ist der Landstrich sehr beliebt, da bestimmte energetische Vorkommen zu spüren sein sollen. Die Christen glauben der Tradition, die besagt, dass der heilige Jakobus am Ziel des Weges begraben liegt, und pilgern deshalb schon seit dem Mittelalter fleißig den Camino entlang, sodass er, nach Jersualem und Rom, zum drittbeliebtesten Wallfahrtsort des Mittelalters wurde.

Camino Frances: Der bekannteste Pilgerwege

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Kein Wunder also, dass die alten Pilgerwege nach Santiago de Compostela sind wie ein Netz über ganz Europa ausgespannt. Der bekannteste aller Pilgerwege ist wohl der Camino Frances, der in Frankreich beginnt und dann über Frankreich und Spanien nach Santiago führt.

In Spanien kann man den Jakobsweg prinzipiell von zwei Orten aus beginnen. Roncesvalles oder Jaca. Von da aus führt der Weg an Pamplona, Puente la Reina, Burgos, León, Astorga, Ponverrada vorbei ans Ziel. Entlang des Weges gilt es natürlich zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Region, zu betrachten.

Zum Beispiel die eindrucksvolle Kathedrale von Burgos das Castillo von Villafranca oder La Cruz de Ferro (Eisenkreuz) in der Provinz von Leon. Nicht vergessen sollte man auch die Kirche Santa Maria la Real en O Cebreiro. Ganz abgesehen davon sind die Schönheiten der Natur dir die spanische Landschaft bietet nicht, zu verachten!!

Zeit darf keine Rolle spielen

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Man sollte deshalb auch Zeit einplanen, um immer wieder etwas stehen bleiben zu können und einfach nur über die Schöpfung zu staunen, die uns umgibt. Vor allem in der Haltung eines solchen Pilgers werden die Sinne und die inneren Augen geschärft und man wird Dinge wahrnehmen, an denen man sonst achtlos vorübergehastet wäre …

In diesen Tagen werden Körper und Geist an seine Grenzen gebracht und somit öffnen sich neue Wege um Probleme zu meistern und das Leben auf ganz neue Art genießen, zu können. Auch Werte, wie Freundschaft und Zusammengehörigkeit, lassen sich auf der beschwerlich langen Strecke neu begreifen.

Nicht erst einen Pilger der am Aufgeben war ermutigte das Wort neuer Freunde zum Weitergehen und Durchhalten. Denn am Camino, wie der spanische Pilgerweg liebevoll genannt wird, knüpfen sich viele neue Bande zwischen den Pilgern. Auch wenn man Untertags oft alleine geht, um den eigenen Rhythmus nicht zu zerstören, so findet man sich doch immer wieder zum gemeinsamen Gedankenaustausch, wenn man abends zur gleichen Zeit zur Herberge kommt.

Einfache Gaststätten oder Pilgerhäuser bieten Unterkunft

Das sind einfache Gaststätten oder Pilgerhäuser, in denen man als Wallfahrer günstig eine Mahlzeit und einen Schlafplatz bekommt.

Doch ist der Moment, an dem man Santiago erreicht hat für jeden ein ganz individueller Augenblick der Freude. Gläubige Pilger eilen freudig zur Wallfahrtsmesse und umarmen, wie es die Tradition will, die Statue des Heiligen. Sinnsucher, für die der Weg schon das Ziel war, bleiben lieber am Kirchplatz sitzen und es drängt sich die Frage auf: Was nun?

Denn egal ob man den Camino zu Fuß, per Fahrrad, auf dem Pferderücken, tiefgläubig oder mit sportlichem Ehrgeiz bestreitet, man kehrt sicher nicht unverändert in sein altes Leben zurück.